Der Firmenwagen im Vertrieb: Benefit für den Außendienst

Veröffentlicht: 24.10.2016 | Letztes Update: 22.04.2022 | Lesedauer: 4 Minuten

Laut der Studie »Firmenwagenmonitor 2019« des Gehaltsdienstleisters Compensation Partner fahren etwa 12 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland einen Dienstwagen. Von allen Firmenwagennutzern arbeiten rund 13 Prozent in der Technik und 10 Prozent in der IT. Aber am meisten verbreitet sind – mit satten 21 Prozent und wenig überraschend – Firmenwagen im Vertrieb. Speziell für Außendienstmitarbeiter ist die Bereitstellung eines Firmenfahrzeugs oft sogar ein Entscheidungskriterium für oder gegen einen Job.

Firmenwagen im Außendienst
Benefit oder Must-have?
Position und Fahrzeugwert
Steuerliche Auswirkungen
Dienstwagenauswahl
Die beliebtesten Marken
Sind Autos Männersache?

Firmenwagen im Vertrieb

FIRMENWAGEN IM AUßENDIENST: BENEFIT ODER MUST-HAVE?

Kein Wunder: Vertriebsmitarbeiter haben, solange sie nicht ausschließlich im Vertriebsinnendienst arbeiten, zahlreiche Kundenbesuche vor Ort zu absolvieren und sind entsprechend viel unterwegs. Einen Dienstwagen zu besitzen, ist also durchaus sinnvoll. Denn dieser bietet den Angestellten die nötige Flexibilität und Mobilität. Ohne Auto wären die Wege zum Kunden wesentlich umständlicher und zeitaufwendiger. Vor allem für jene, die z.B. als Gebietsleiter im Verkauf verschiedene Regionen betreuen. Doch nicht nur im Verkauf, auch im technischen Kundendienst fahren viele Mitarbeiter einen Dienstwagen. So gesehen ist ein Firmenwagen im Außendienst schon fast ein Must-have und nicht nur ein Benefit des Arbeitgebers.

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ENGER ZUSAMMENHANG ZWISCHEN POSITION UND FAHRZEUGWERT

Bei der Art des Firmenfahrzeugs gibt es laut der Studie einen signifikanten Zusammenhang zwischen Fahrzeugwert und Position im Unternehmen. Nach wie vor ist ein Firmenwagen nicht nur nützliches Fortbewegungsmittel, sondern zugleich Statussymbol. Führungskräfte im Vertrieb fahren teurere Autos als die Fachkräfte. Liegt das Jahreseinkommen zwischen 90.000 und 110.000 Euro, beträgt der Listenpreis des Dienstwagens rund 50.000 Euro. Bei einem durchschnittlichen Verdienst von 60.000 Euro hat der Wagen einen Wert von ca. 40.000 Euro. Der technische Kundendienst ist oft mit einem Firmenfahrzeug im Wert von ca. 35.000 Euro unterwegs.

Meist bieten Fahrzeuge im Hochpreissegment mehr Sicherheit und Komfort und sind somit auf Langstrecken zu empfehlen. Wohl mit ein Grund, weshalb sich im Außendienst vermehrt teurere Firmenwagen finden, selbst wenn ein Mitarbeiter noch keine Führungsposition im Topmanagement innehat. Nicht zuletzt ist der firmeneigene Fuhrpark Prestigeobjekt und dient der Außendarstellung des Unternehmens.

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STEUERLICHE AUSWIRKUNGEN DURCH EINEN FIRMENWAGEN IM AUßENDIENST

Als eine der beliebtesten Zusatzleistungen des Arbeitgebers bringt ein Firmenwagen allerdings nicht nur Vorteile für die Mitarbeiter. Darf nämlich das Fahrzeug ergänzend zu den dienstlichen Fahrten privat genutzt werden, stellt der Wagen ein zusätzliches Einkommen dar, das versteuert werden muss. Hierbei ist der Anteil der privaten Fahrten auszuweisen, um die private und geschäftliche Nutzung sauber zu trennen und zu dokumentieren. Welche steuerlichen Auswirkungen sich durch den Wagen konkret ergeben, muss immer im Einzelfall geklärt werden. Hier hilft ein Steuerberater, er kann den geldwerten Vorteil berechnen. Außerdem lauert die eine oder andere rechtliche Stolperfalle bei der Firmenwagennutzung. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten alles rund ums Dienstfahrzeug genauestens vertraglich regeln.

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WORAUF KOMMT ES BEIM FIRMENWAGEN IM AUßENDIENST AN?

Im Außendienst gilt der Firmenwagen oft als zweites Zuhause. Viele müssen damit täglich lange Strecken fahren. Natürlich ist es dabei besonders wichtig, dass der Wagen entsprechenden Komfort zu bieten hat. Wer im Job viel Zeit in seinem Auto verbringen muss, der will sich hier auch wohlfühlen. Wenn man als Arbeitgeber die Möglichkeit hat, in einen Fuhrpark zu investieren, sollte man folgende Kriterien bei der Dienstwagenwahl einbeziehen:

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Welchen Stellenwert ein Firmenwagen für Außendienstmitarbeiter hat, wird daran deutlich, dass die Mehrheit einen Dienstwagen sogar einer Gehaltserhöhung vorzieht. Denn laut einer weiteren Umfrage würden sich 71 Prozent der im Außendienst Tätigen für ein Firmenfahrzeug und gegen mehr Gehalt entscheiden. Womöglich bevorzugen diese sogar eine Marke, ein Modell oder eine bestimmte Ausstattung und begrüßen ein Mitspracherecht bei der Auswahl des Firmenautos? Es kann gewiss nicht schaden, diese Wünsche zu berücksichtigen – sei es bei einer Gehaltsverhandlung oder im Einstellungsprozess. Immerhin lässt sich so mit dem passenden Firmenwagen vielleicht genau der richtige Mitarbeiter finden oder halten.

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Welches sind die beliebtesten Dienstwagen?

Welche Marken werden besonders häufig als Firmenwagen genutzt? Die Leasinganalysen von Dataforce gehen dieser Frage regelmäßig nach. 2019 kamen die meisten Firmenfahrzeuge von BMW. Auf Platz zwei lag Audi und an an dritter Stelle Seat. Demgegenüber führte 2021 VW das Ranking an – mit dem Passat als beliebtestem Modell. Die Plätze zwei und drei gingen an BMW und Mercedes. Audi musste 2021 weitere Marktanteile im Firmenwagensektor einbüßen, während sich Marken wie Opel und Škoda steigender Beliebtheit erfreuen.

Die E-Mobilität ist in den Firmenfuhrparks auf dem Vormarsch! Allein 30 Prozent aller im ersten Halbjahr 2021 neuzugelassenen Dienstwagen verfügten über eine alternative Antriebsart. 28 Prozent der Autos waren Benziner. Dieselfahrzeuge werden hingegen immer weniger gekauft. Während sie jahrelang rund drei Viertel aller Firmenwagen ausmachten, lag ihr Anteil 2021 nur noch bei 42 Prozent. Gemäß Dataforce achten Unternehmen bei der Anschaffung ihrer Dienstfahrzeuge verstärkt auf die CO₂-Bilanz und setzen deshalb auf E-Autos und Hybriden.

Das ist nicht nur für die Umwelt von Vorteil, sondern der Geldbeutel der Mitarbeiter profitiert ebenfalls davon. Seit Anfang 2020 muss die Privatnutzung eines rein elektrisch betriebenen Firmenwagens nur noch mit 0,25 Prozent (bei Verbrennern 1 Prozent und bei Plug-in-Hybriden 0.5 Prozent) des Bruttolistenpreises pro Monat versteuert werden. Und die Bemessungsgrenze beim Listenpreis wurde zum Juni 2020 auf 60.000 Euro angehoben. So kann bei der Anschaffung von E-Firmenautos beispielsweise mehr in die Ausstattung investiert werden.

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DER FIRMENWAGEN IM VERTRIEB IST MEIST MÄNNERSACHE

Dass das Thema »Auto« überwiegend in Männerhand liegt, spiegelt sich auch bei den dienstlichen Fahrzeugen wider. Über alle Branchen und Bereiche hinweg stellen Männer das Gros der Firmenwagennutzer. Bei den Führungskräften liegt ihr Anteil bei knapp 50 Prozent, wohingegen nur etwas mehr als 28 Prozent der weiblichen Führungskräfte ein Dienstauto fahren. Bei den Fachkräften bekommen 12 Prozent der männlichen, aber lediglich 3.5 Prozent der weiblichen Arbeitnehmer einen fahrbaren Untersatz gestellt.

Immerhin: Im Gegensatz zu anderen Branchen verfügen im Vertrieb ca. zwei Drittel (etwa 63 Prozent) der Führungskräfte und jede fünfte (20.8 Prozent) Fachkraft über einen Firmenwagen. Allerdings ist der Vertrieb ein recht männlich dominiertes Tätigkeitsfeld. Denn im Vertrieb arbeiten gerade einmal 28 Prozent Frauen und das hauptsächlich im Innendienst.* Demzufolge ist es im Vertrieb wie überall: Die meisten Firmenautos werden von Männern gefahren. Vielleicht, weil sie das Auto und damit auch ihren Dienstwagen ganz besonders als Statussymbol sehen und entsprechend mehr Wert darauf legen als ihre Kolleginnen?

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*salesjob-Jobreport 2021 – Frauen im Vertrieb

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Bild: Adobe Stock | temp-64GTX

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